2. Juli 2014

Am Borsigplatz tut sich was: ConcordiArt - das Kreative Kaufhaus - öffnet seine Pforten und lädt zum Eröffnungsfest ein!

Fotografie und Malerei, Bekleidung und kulinarische Spezialitäten, Schmuck und individuelle Särge – und noch vieles mehr. All das bietet ConcordiArt - das Kreative Kaufhaus am Borsigplatz, das am 2. Juli Eröffnung gefeiert hat.

Es ist Schlüsselimmobilie und Modellprojekt gleichzeitig: Die Wambeler Straße 4, besser bekannt unter dem Namen Concordia. So hieß das ehemals hier zu findende Tanzlokal. Nach einer langjährigen Nutzung durch die Deutsche Bank stand das große Ladenlokal lange Zeit leer – bis das Nordstadtbüro der Wirtschaftsförderung und das Planungsbüro BASTA im Rahmen des Projektes Standortentwicklung NORD die Idee entwickelten, hier ein Pilotvorhaben der lokalen Ökonomie anzusiedeln.

Das Konzept: In dem bekannten Gründerzeithaus werden Dinge angeboten, die es nicht überall gibt. Die individuelle Angebotspalette reicht von Lebensmitteln und Spezialitäten über Bücher, Kunst, Schmuck, Accessoires, Bekleidung und restaurierte Möbel bis hin zum individuell gestalteten Sarg.
Hendrik Müller ist mit seinen Fotografien in limitierter Auflage sonst nur auf Kunstmärkten zu finden. „Einen eigenen Laden kann ich damit nicht lebendig halten, aber hier kann ich ausprobieren, wie groß der Markt für mein Angebot wirklich ist“, erklärt der Fotograf. Auch Kerstin Klemm will neue Kunden für ihre handgefertigten Accessoires und Taschen erschließen: „Die Stoffe für meine Produkte kommen aus der ganzen Welt, die Muster und Farben sind frisch und ungewöhnlich – ich hoffe, damit Menschen in die Nordstadt zu locken. Auch, damit sich das Bild des Stadtteils wandelt.“ Sonja Voss hat bereits einen festen Kundenstamm. Die Goldschmiedin und Glasbläserin, die ebenso Naturkosmetik anbietet und seit 25 Jahren selbstständig ist, hat noch ein eigenes Geschäft. „Ich möchte aber nicht mehr alleine einen ganzen Laden bespielen müssen. Ich möchte eine Community und den kreativen Austausch”, erläutert Voss ihre Motivation.

„Aber nicht nur das Produktangebot, sondern auch die Konzeption des Vorhabens sind in dieser Form über die Dortmunder Grenzen hinaus bisher einzigartig“, freut sich Hubert Nagusch, Leiter des Nordstadtbüros der Wirtschaftsförderung, über den Start des seit Ende 2012 intensiv geplanten Modellprojektes.

Frank Artmeier, verantwortlicher Projektleiter vom Nordstadtbüro erklärt die Organisation des Vorhabens: „Unser Ziel ist es, kreativen Existenzgründern eine attraktive Startmöglichkeit zu bieten, um gemeinsam mit ihnen einen Beitrag zur Stadtteil- und Quartiersentwicklung zu leisten. In der Nordstadt, und hier insbesondere am Borsigplatz, fehlen wertige gewerbliche Ansiedlungen.“ Doch das Projekt ist keine „Spielwiese“, wie Artmeier betont: „Seitens der Wirtschaftsförderung können wir nur eine Anschubfinanzierung und eine anfängliche personelle Begleitung leisten, die Anbieter werden das Projekt danach in die wirtschaftliche und organisatorische Selbstständigkeit überführen müssen. Und dafür müssen natürlich auch die Geschäftsideen und ihre Umsetzung tragfähig sein – am Ende des Tages müssen spätestens nach der Startphase schwarze Zahlen geschrieben werden!“
Ute Ellermann vom Planungsbüro BASTA, das mit der Umsetzung des Projektes beauftragt ist, erklärt wie es zukünftig weitergehen soll: „Wir gründen gerade gemeinsam mit den Anbieter/innen einen Verein, der für die Gemeinschaft gewissermaßen als Dach fungieren soll. So möchten wir sicherstellen, dass das Projekt nach dem Ende der Förderung auf soliden organisatorischen Füßen steht.“

ConcordiArt ist ein Projekt im Rahmen von Standortentwicklung NORD, durchgeführt vom Planungsbüro BASTA im Auftrag der Wirtschaftsförderung Dortmund. Standortentwicklung NORD hat sich zum Ziel gesetzt, in der Dortmunder Nordstadt spezifische Gewerbequartiere zu entwickeln und somit Leerstände neu zu beleben. Finanziert wird es aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land NRW.