2. September 2013

Hippies an der Fassade der Mallinckrodtstr. 236. An der neuesten Station des Bilderflut-Projektes wird der Betrachter auf eine Zeitreise in die Hippiebewegung der 1970er geschickt

Immaterielle Werte wie Liebe, Frieden, Glück und Toleranz standen im Fokus dieser Jugendbewegung, die gleichzeitig für den lässigen Umgang mit Drogen stand. Musik nahm in der Strömung einen wichtigen Stellenwert ein. Stellvertretend für Musiker, die die Zeit maßgebend geprägt haben, finden sich auf der Fassade Porträts von Janis Joplin und Jimi Hendrix, den Symbolfiguren ihrer Zeit.

Bilderflut beschäftigt sich thematisch mit der Jugendbewegung der siebziger Jahre. Die Hippiebewegung praktizierte den Ausstieg aus der Wohlstandsgesellschaft. Als Alternative wurde die Besinnung auf immaterielle Werte wie Liebe, Frieden, Glück und Toleranz gesetzt. Äußere Zeichen waren bunte Kleider und lange blumengeschmückte Haare. Neben der freien Liebe und neuen Formen des Zusammenlebens warben die Blumenkinder für den Konsum von Marihuana und LSD sowie deren Legalisierung. Eine wichtige Rolle für das Lebensgefühl der Hippiegeneration spielte bewusstseinserweiternde Musik. Vor allem an der amerikanischen Westküste entstanden zahlreiche Kommunen. Die romantische Aufbruchstimmung und der Traum von einer besseren Welt machten indes schon bald einem schicksalsgläubigen Erkennen der realen Möglichkeiten Platz.

Die Bildelemente
Jimi Hendrix und Janis Joplin sind die zentralen Symbolfiguren der Hippiezeit und der Hippiekultur. Beide prägten einen Lebensstil, der im Nachhinein durch Sex, Drugs and Rock›n›Roll und Live fast, love hard, die young gekennzeichnet wurde. Cheech und Chong gelten als Pioniere des Stoner-Movie, eines Filmgenres, das vor allem durch eine komische und überzogene Darstellung des Cannabiskonsums, dessen Auswirkungen und die Stereotype eines Kiffers definiert ist.

Die Textelemente
Typografisch erinnert Bilderflut an Timothy Francis Leary und seinen zeitprägenden Spruch «turn on, tune in, drop out». Weitere Begriffe, Namen und Orte dieser Zeit runden die Fassadengestaltung ab.

Das Stadtteilkulturprojekt „Bilderflut“
Im Rahmen des städtebaulich-künstlerischen Fassadengestaltungsprojektes Bilderflut – unter der Leitung von Tülin Kabis-Staubach vom Büro BASTA – Büro für Architektur und Stadtentwicklung/Planerladen e. V.- entsteht seit 2002 ein kultureller Wanderpfad durch den Stadtteil. Das Stadtteilkulturprojekt verfolgt u.a. folgende Ziele: Nutzung der Bilderwelten, Beteiligung von Bewohnern, Wissensvermittlung, Verbesserung des Innen- und Außenimages des Stadtteils, Stärkung von Stadtteilidentität sowie Förderung von Kooperation im Stadtteil. Die Fortführung seit Ende 2011 erfolgt im Rahmen des Programmes „Wir setzen Zeichen!“ des Ministeriums für Bauen und Verkehr NRW.