28. August 2007

Begehbares Lexikon in der Nordstadt gedeiht mit dem bis jetzt größten Kapitel 'Libellenwelten' weiter!

Das künstlerische Stadtgestaltungsprojekt „Bilderflut“ der EU-Gemeinschaftsinitiative URBAN II beschäftigt sich in einem weiteren Kapitel mit dem Thema „Libellenwelten“ und verwandelt die ehemalige „CEAG-Siedlung“ in der Eberstraße zur „Libellensiedlung“!

Plattbauch, Blaupfeile und Mosaikjungfern in Großformat und wunderschön schmücken die Fassaden in der Eberstraße oder „machen sich ganz schön lang“ auf den Metallboxen im Innenhof der „Libellensiedlung“. Der Bildtitel räumt mit dem alten Volksglauben auf, dass Libellen stechen können. In Europa waren Libellen lange Zeit zu Unrecht gefürchtet. Man gab ihnen Namen wie «Augenbohrer», «Pferdeschlächter», «Hühnertod» und «Teufelsnadel». Libellen gehören zu den farbenprächtigsten und faszinierendsten Insekten auf unserem Planeten. Sie sind großartige Flugkünstler, die in der Luft stehen bleiben und sogar rückwärts fliegen können. Sie können im Flug jeden ihrer vier Flügel einzeln steuern. Libellen sind mit Fluggeschwindigkeiten von bis zu 54 km/h mit die schnellsten Insekten der Welt. Schon vor über 300 Millionen Jahren, also über 170 Millionen Jahre früher als die ersten Dinosaurier, jagten bereits riesige Libellen mit einer Flügelspannweite von über 70 cm andere Insekten. Die Dinos sind ausgestorben, die Libellen haben überlebt und zählen mit Flügelspannweiten von bis zu 19 cm - einheimische bis über 10 cm - auch heute noch mit zu den größten Insekten auf der Erde. Weltweit sind über 6000 Arten bekannt. Die meisten Arten bewohnen die Tropen. Mit zunehmender geographischer Breite wird die Artenzahl geringer. In Europa sind 128 Arten bekannt. Die Anzahl der in der Nordstadt vorkommenden Arten wird auf etwa 40 geschätzt. Vom menschlichen Standpunkt aus muss man Libellen als äußerst nützlich bezeichnen, da sie riesige Mengen an Mücken und anderen «Schädlingen» vertilgen.

Bilderflut XXIV ist unter den bisher realisierten Fassadengestaltungen das umfangreichste Projekt. Das Projekt wurde in Kooperation mit den Dortmunder Wohnungs­gesellschaften Dortmunder Gemeinnüt­zige Wohnungsgesellschaft 21 mbH (DOGEWO 21), Treuhandstelle GmbH (THS) und Ruhr-Lippe Wohnungsgesellschaft mbH (RLW) als Eigentümer der „Libellensiedlung“ realisiert. Die knapp 3.000 qm große künstlerische Fassadengestaltung gliedert sich in zahlreiche Einzelelemente. Die Nordfassade an der Eberstraße trägt den überdimensionalen Bildtitel und die Libellenmotive der Plattbauchlibelle, des Spitzenflecks und der blaugrünen Mosaikjungfer. Entlang des Weges innerhalb der Siedlung werden die gemeine Heidelibelle, die große Königslibelle, der Blaupfeil, die blaugrüne Mosaikjungfer und der Plattbauch auf sieben 30 qm großen Flächen gezeigt. Die 56 Metall­boxen im Innenhof wurden mit weiteren Libellenmotiven gestaltet. Die drei Außen­wände der Waschräume im Innenhof zeigen typische Lebensräume der Libellen. Abgerundet wird der Libellenwanderweg durch drei Infotafeln mit näheren Informationen und Wissenswertem zum Thema Libellen. Bilderflut möchte nicht nur bei den Bewohnern der Nordstadt, sondern auch darüber hinaus Neugier erwecken. So können z.B. die Besucher und Schüler/innen in und außerhalb der Nordstadt ab sofort an ihre Exkursionen zum Naturkundemuseum die Libellensiedlung einschließen und dabei nicht nur die überdimensionalen Bilder an den Fassaden bewundern, sondern sich auch viel Detailwissen über die Libellen aneignen, um dann anschließend im Fredenbaumpark selber auf Entdeckungsreise zu gehen. Das URBAN II Projekt Bilderflut möchte mit dieser Fassadenmalerei die Bewohnerinnen der Nordstadt neugierig machen und dazu anregen, im benachbarten Fredenbaumpark selber auf Entdeckungsreise zu gehen. Der Entwurf «...Libellen stechen nicht» wurde von Alexandra und Ulrich Perchner sowie Peter Michalke künstlerisch umgeset