23. Mai 2007

Bilderflut nimmt den Ginkgo als Baum des Jahrtausends in das Lexikon in der Stadt auf. Neues Fassadenbild in der Robertstraße

„… daß ich Eins und doppelt bin“ ist die fünfzehnte Station entlang des Bilderflut-Wanderpfades. Das begehbare Bilderlexikon in der Dortmunder Nordstadt befasste sich in einem weiteren Kapitel mit den Themen Ginkgo und Geheimschrift. Die Ostfassade ist mit einem überdimensionalen Ginkgoblatt (Baum des Jahrtausends) gestaltet. Die Namen von Engelbert Kaempfer, Johann Wolfgang von Goethe und Hiroschima und die dazu gehörigen Jahreszahlen sowie der Satz «daß ich eins und doppelt bin» bilden die Textbausteine der Wandmalerei.

Die erste westliche Beschreibung des Ginkgos stammt von Engelbert Kaempfer, der während seines Aufenthaltes in Japan (1690 bis 1691) die japanische Pflanzenwelt erforschte und sein Material in dem 1712 in Lemgo gedruckten Werk «Amoenitates exoticarum» publik machte. Zum Bekanntheitsgrad des Ginkgos in Deutschland hat das Gedicht «Gingo biloba» beigetragen, das Goethe 1815 schrieb und 1819 in seiner Sammlung «West-östlicher diwan» veröffentlichte. Zur Mythenbildung hat die Geschichte eines Ginkgobaumes in Hiroshima beigetragen, der bei der Atombombenexplosion 1945 in Flammen aufging und im selben Jahr wieder austrieb und weiterlebte. Die Nordfassade zieren zahlreiche andere Namen für den Ginkgobaum («Beseeltes Ei», «Elefantenohrbaum», «Entenfußbaum» etc.) und zwei stilisierte Ginkgoblätter. Auf den 21 Garagen wurde das Wort Oesterholzwaldmalerei in Form eines von Schülerinnen der Oesterholzgrundschule geschaffenen Baumalphabetes und einer Geheimschrift umgesetzt. Der Entwurf «...Oesterholzwaldmalerei» wurde von Alexandra und Ulrich Perchner sowie Peter Michalke künstlerisch umgesetzt.

Bilderflut ist ein URBAN II Projekt und wird gefördert aus Mitteln der EU, des Landes  NRW und der Stadt Dortmund. Projektträger ist der Planerladen e.V. Das Jugendamt beteiligt Kinder und Jugendliche in Kooperation mit dem Planerladen e.V. – als Projektträger – an der Detailgestaltung. Das Ziel des Projektes ist es, bei den Bewohnern Neugier zu wecken und auf unkonventionelle Art und Weise Wissen zu vermitteln. Durch die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen möchte das Projekt zudem eine höhere Identifikation mit dem Quartier und die Erweckung des Interesses für Kunst und Kultur  erreichen. Das Stadtteilkulturprojekt Bilderflut fußt auf dem Gesamtkonzept „aus dem Stadtteil für den Stadtteil“. Die themenbezogenen künstlerischen Gestaltungen an den Fassaden verleihen der Nordstadt ein Alleinstellungsmerkmal und tragen zu einer Imageverbesserung des Stadtteils bei.